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Das Ende des Politischen: eine Kritik der Cyberdemokratie

Félix Weygand
Die allgemeine Feststellung einer Informationsgesellschaft, die sich im ersten diesem Thema gewidmeten Weltgipfel konkretisiert hat, verlangt eine theoretische Arbeit die unterscheiden kann zwischen den Bereichen der Utopie, oder der Ideologie, und den vernünftigerweise erwartbaren Wirkungen der weltweiten Entwicklung der Informatik und der Telekommunikation. Ein Aspekt dieser Arbeit handelt vom Platz des Politischen in dieser Informationsgesellschaft und kritisiert die Utopie der Ankunft einer « Cyberdemokratie ». Der vorliegende Artikel analysiert die letzten Werke Pierre Levys in der Perspektive der in den 60er Jahren veröffentlichten Arbeiten Habermas' über den « öffentlichen Raum » und « die Technik und die Wissenschaft als Ideologie » Wir kommen zu dem Schluß, daß im Begriff der Cyberdemokratie das Politische erneut auf das Ökonomische reduziert wird, wie es bereits in den ersten Schriften der liberalen Ökonomen am Ende des 18. Jahrhunderts der Fall war.
Schlagworte : Informationsgesellschaft, Demokratie, Cyberdemokratie, öffentlicher Raum, Ideologie, wirtschaftlicher Liberalismus, politische Kommunikation, Globalisierung.
© 2004 - Félix Weygand - Alle Rechte vorbehalten.
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Katz und das herrschende Modell der begrenzten Auswirkungen

Marin Ledun
Die jüngsten, von Elihu Katz geleiteten Arbeiten, die die Forschungen über das Wählerverhalten seit der Mitte der 70er Jahre zusammenfassen und erweitern, betonen die Bedeutung des Mitte der 40er Jahre von Paul Lazarsfeld und seinen Mitarbeitern am Bureau of Applied Social Research der Columbia Universität formulierten « Paradigmas der begrenzten Auswirkungen » der Medien für die Sozialwissenschaften, und im Besonderen für die Kommunikationsforschung. Indem wir auf vier seiner Texte zurückgreifen, unterstreichen wir die wichtigsten theoretischen und methodologischen Zielsetzungen Katz' (die in all seinen Überlegungen miteinander in Widerstreit stehen): 1) die Netzwerke interpersoneller Beziehungen und ihr Einfluß auf die Meinungs- und Haltungstypen in den Forschungen über die Wirkungen der Medien zu berücksichtigen, und 2) den Begriff der « Wirkung » zu problematisieren, da dieser voreilig auf den Erfolg von Nachrichten, die in sehr kurzer Zeit individuelle Meinungen verändern, eingeengt wurde. Wir zeigen schließlich wie diese beiden Zielsetzungen Katz dazu führen, ein instrumentelles Modell der politischen Kommunikation vorzuschlagen.
Schlagworte : Elihu Katz, Medien, begrenzte Wirkungen, intersubjektive Kommunikation, politische Kommunikation, ideologischer Kommunikationsapparat, Manipulierung, instrumentelle Vernunft, Repräsentationstechniken.
© 2004 - Marin Ledun - Alle Rechte vorbehalten.
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Die Gestaltung des Fernsehprogrammes: eine strategische Waffe im Krieg der Kanäle

Jérôme Burtin
Die Gestaltung des Programmes spielt eine wichtige Rolle in der Tätigkeit der Fernsehanstalten, weil sie muss die Begegnung zwischen den Programmen und den Zusehern unterstützen. Wenn sich anfangs sich ihre Rolle darauf beschränkte, die verschiedenen öffentlichen Sender miteinander zu koordinieren, so ist sie heute ein wichtiger Teil der Strategie der Sender im Krieg, den sie einander liefern. Die Rolle des Programmgestalters erlangt somit viel Bedeutung in der Organisationsstruktur der Fernsehsender, obwohl diese Tätigkeit oft von den verschiedenen Diensten des Senders gemeinsam ausgeführt wird. Die drückende Konkurrenz der Sender und ihr Wunsch, ihr Publikum besser zu kennen, hat den Programmgestaltern ebenfalls ermöglicht, sich ein Arsenal immer leistungsfähigerer Werkzeuge einzurichten. Der Autor stellt eine Synthese der Forschungen über die Frage der Fernsehprogrammgestaltung im französischen Rundfunknetz vor.
Schlagworte : Fernsehen, Fernsehsender, Programmgestaltung, Programme, Programmgestalter, Marketing, Publikum.
© 2004 - Jérôme Burtin - Alle Rechte vorbehalten.
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Die russische Identität anhand des internationalen Audiovisions- und Filmmarktes

Indira Yakovenko
Dieser Artikel handelt von der russischen Identität im Rahmen zweier internationaler Märkte: der internationale Fernsehprogrammmarkt und der internationale Filmmarkt in Cannes. Diese vom Prozess der Globalisierung beeinflussten Gebiete sind am Schnittpunkt von Umstellungen der Identität. Um die Repräsentation der russischen Identität zu analysieren, haben wir uns Techniken der Datensammlung bedient, die einander ergänzen: ein offener Fragebogen, halboffene Interviews und teilnehmende Beobachtung. Die Meinungen internationaler Fachleute über diese Repräsentation, deren Analyse im Licht der Schriften russischer Philosophen vom Anfang des 20. Jahrhunderts und der Vergleich mit anderen filmischen Identitäten, erlauben es, drei Hypothesen zu formulieren und zu überprüfen: 1) diese russische Identität ist noch im großen Ausmaß unbekannt; 2) ihre Transformationen sind von internationalen Änderungen bedingt; und 3) auch der Zusehen hat sich weiterentwickelt. Wir formulieren zum Abschluß einige Vorschläge und Sichtwechsel zur Rolle, die audiovisuelle Produkte in der Verbreitung der russischen Identität spielen.
Schlagworte : Identität, Repräsentation, Nation, Rußland, Stereotyp, Globalisierung, audiovosuell, Kino, Markt.
© 2004 - Indira Yakovenko - Alle Rechte vorbehalten.
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Der Diskurs über die Berufsethik der französischen Journalismus: der Fall der nationalen Journalistengewerkschaft (1990-2000)

Magali Prodhomme
Seit zehn Jahren ist die Frage der Ethik der Journalisten im Zentrum der Überlegungen über die Rolle der Information und die Identität der Journalisten, als Folge einer Serie von Ereignissen, die, für einige Zeit, die Glaubwürdigkeit der Medien ernstlich verändert haben. Wir stellen am Anfang unserer Forschung fest, dass die Frage der Ethik Kern jener Debatten ist, die von Beginn an den Journalismus als Beruf legitimieren. Die gewählte Methode besteht vor allem aus der Analyse der Repräsentationen. Anhand des Diskurses eines direkt betroffenen sozialen Akteurs analysieren wir die Bedeutungen und die Werte, die ausgesucht und verwendet werden, nicht um wahr oder falsch zu sprechen, sondern um gute von schlechter Berufspraxis zu unterscheiden. Es geht darum, für den Beruf, die Bedeutungen, mit denen sie arbeitet, herauszustellen, genaugenommen jene, des Diskurses der Nationalen Journalistengewerkschaft (SNJ).
Schlagworte : Ethik, Deontologie, Diskurs, Journalist, Journalismus, Gewerkschaft, SNJ.
© 2004 - Magali Prodhomme - Alle Rechte vorbehalten.
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Die sicheren Hilfsmittel der Cyberunterhaltungen. Goffman-Analyse der Interaktionen im Direktdialog von Caramail

Véronique Mattio
Die Rolle der Sprache in der Praxis des Chats, sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht, muß mit Hinblick auf ein System der Teilnahme beurteilt werden, das auf dem Textmodus, anonymen Beziehungen und dem häufigen Fehlen gegenseitiger Bekanntschaft der Teilnehmer. Wie verändern sich, in diesem Interaktionsrahmen, die Banalitäten, die in der persönlichen Begegnung die Ruhe ausklieden, die von Erving goffman mit dem Begriff "sichere Hilfsmittel" bezeichnet werden? Die Beobachtung des "Direktdialogs" des Nachrichtendienstes Caramail hat uns drei sichere Hilfsmittel der Cyberunterhaltungen identifizieren lassen: das Handeln außerhalb des Rahmens, die Herstellung einer gemeinsamen imaginären Umwelt und, im Besonderen, das Äußern schriftlicher Gesänge. Wir untersuchen auch den Status der Schimpfwechsel, die vor allem in persönlichen Angriffen und vulgären Ausdrücken bestehen, und den Rückgriff auf informatische Programme, die Text und ASCII-Zeichnungen erzeugen. Wir versuchen zu zeigen, dass auch diese Art Äußerungen, trotz ihrer abweichenden Natur, zu den funktionellen Ersatzmitteln der Interaktion gehören.
Schlagworte : Chat, Cyberunterhaltung, computervermittelte Kommunikation, Netz, Internet, Interaktionismus, Goffman, sicheres Hilfsmittel.
© 2004 - Véronique Mattio - Alle Rechte vorbehalten.
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Die Strategien der internen Akteure in Hinsicht auf die Herausforderung der neuen IKT: der Fall der tunesischen KMU

Sami Zlitni
Anhand einer Fallstudie von fünf tunesischen KMU, versuchen wir herauszustellen, was für die internen Akteure mit der Einführung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) auf dem Spiel steht und mit welchen Strategien sie antworten. Um ihre Ziele zu erreichen, handeln die Akteure, die auch entgegengesetzte Interessen haben können, entweder individuell oder mittels Bündnissen und Zusammenarbeit. Da die Arbeitssituation sich durch den Beitrag zu den Zielsetzungen des Unternehmens auszeichnet, versucht jeder Akteur individuell die Vorteile zu maximieren, die aus diesem Beitrag folgen, und dessen Nachteile zu minimieren: sie verhandeln untereinander, um ihr Kräfte- und Abhängigkeitsverhältnis anzupassen. Das Verhandeln wird zu einer Interaktion, in der die Akteure durch gegenseitige Anpassungen Verhältnisse herzustellen versuchen, in denen ihre Divergenzen verringert werden. Ausgehend von der Spieltheorie, unterscheiden wir zwei Verhandlungsmodelle: die auf Konkurrenz beruhende verteilende Verhandlung, in der ein Akteur gewinnt, was der andere verliert, und die auf Zusammenarbeit und Bündnis beruhende integrierende Verhandlung, in der beide Akteure verlieren oder gewinnen können. Die verschiedenen untersuchten Fälle erlauben es, diese beide Logiken empirisch zu beobachten.
Schlagworte : neue IKT, KMU, Tunesien, interne Akteure, Macht, Strategie, Verhandlung, Bündnis, Zusammenarbeit.
© 2004 - Sami Zlitni - Alle Rechte vorbehalten.
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