Seit dem 11. September 2001, sind wir zeugen der (Wieder-)Veröffentlichung von Werken über die unheilvollen Folgen der Globalisierung, die Gefahren des religiösen Fanatismus und die Beziehungen zwischen Zivilisationen. Der Schock des sich auf amerikanischem Boden vollziehenden Dramas hat scheinbar das Interesse an diesen Themen erneuert. Zwei Perspektiven, die das Verständnis der
den Ereignissen des 11.Dezembers und deren Folgen zugrundeliegenden
internationalen Beziehungen erleichtern sollen, sind, sowohl in diesen
Werken als auch in den Debatten in den Medien, sehr häufig
anzutreffen. Zum einen die des "Djihad versus McWorld", Titel von
Benjamin Barbers Werk, zum anderen die des "Schock der
Zivilisationen", Titel von Samuel Huntingtons Werk. Barber sieht in
den sozialen und religiösen Protestbewegungen gegen den
wirtschaftlichen und kulturellen Imperialismus und in der
wirtschaftlichen und kulturellen Integration selbst zwei Gesichter
derselben Bedrohung der Demokratie. Nichtsdestoweniger stellt Barber
diese beiden Bewegungen als unvereinbaren Antagonismus einander
gegenüber. Huntington analysiert die zivilisatorischen und religiösen
Zusammenstöße, die seines Erachtens das Scheitern des westlichen
Liberalismus im Rest der Welt begründen. Beide Autoren stimmen somit
in ihrer Diagnose der kommunikativen Beziehungen zwischen den Kulturen
überein, nämlich dieser Gegensatz, dieser Kampf, dieser Jihad gegen
die Modernität, der von den ethnoreligiösen Nationalismen propagiert
wird, seien sie lokal (im Falle Barbers) oder grenzübergreifend (im
Falle Huntingtons). Wir glauben jedoch, daß diese Gegensätze nur einen
Teil der Wirklichkeit dieser Bewegungen beschreibe. Diese sind nicht
allein Ergebnis einer Ablehnung der Modernität, der Demokratie oder
deren Scheiterns. Diese Bewegungne sind vielmehr das Ergebnis einer
Serie komplexer historischer Prozesse die wir hier analysieren, um
aufzuzeigen, daß Jihad manchmal für und nicht gegen MacWorld
steht. Erstere ist nicht notwendigerweise die Negation, oder das
Auslöschen des letzteren.
Schlagworte
:
Ethnonationalismus, Ethnizität, Globalisierung, Religion, Internationalisieurng, Liberalismus, Aufklärung, Fundamentalismus.
© 2003 - Gaby Hsab - Alle Rechte vorbehalten.
Erneuert das Fernsehen Lacans Spiegelstadium? Dieser Text formuliert dies als Hypthese. Die vergleichende Analyse des Fernsehens und von Jaques Lacans Modell zeigt ein spiegelndes Spiel mit den Imagos, in dem es wohl um Identifizierung geht. In den beiden Dispositiven wird der Andere aufgerufen, eine Identität zu verkörpern. Aber während der von der Psychoanalyse beschriebene Vorgang auf eine autonome Persönlichkeit hinzielt, führt das Fernsehen in die Mitte einer narzistischen Falle, die die Abhängigkeit vom Medium zur Folge hat. Die Erfahrung des Fernsehens wäre demnach regressiv, indem sie Primärprozesse bevorzugt. Die Identität des Fernseh-zuschauers wird von dem Medium durch drei Vorgänge beeinflußt: 1. Das Fernsehen als Dispositiv weist dem Zuseher einen Platz und eine Rolle zu. 2. Die Zeichen der Anerkennung, die das Medium an ihn adressiert, lassen den Zuseher wissen, was er sein soll. 3. Die Informationsnahrung erhält den Zuseher in dieser Identität. Sie erzeugt eine zusammenhängende Welt, an die er angepaßt ist.
Schlagworte
:
Medien, Psychoanalyse, Spiegelstadium, Identifizierung, Narzismus des Fernsehens, Fernseh-zuschauer, Bild, Selbstbild, Imagos.
© 2003 - Pierre Gandonnière - Alle Rechte vorbehalten.
Dieser Artikel handelt von den Figuren der Macht und der Repräsentation des sozialen Bandes im Kino. Ausgehend von der Untersuchung eines amerikanischen Kassenschlagers, Armageddon, beschäftigt sich der Autor mit den Repräsentationen von Macht und amerikanischer Vortrefflichkeit, die von Helden mythischer Dimension verkörpert werden. Die Untersuchung der sozialen Rollen, die die Helden des Filmes erfüllen, ermöglicht dem Autor zu zeigen, wie diese auf ein Idealbild sozialer Bindungen verweisen. Er erklärt, we die Figur des Helden sich im Rahmen von Institutionen und Organisationen entfaltet, die Amerika teuer sind: die Familie, das Heer, die Techno-wissenschaft, die Regierung, und natürlich die Kirche. Hinter den vorgeschlagenen Bildern werden die Repräsentationen der Macht und vor allem seine Manifestationen im Rahmen einer hier "vorgestellte Wirklichkeit" genannten Fantasiewelt hinterfragt. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Fiktion und Wirklichkeit? Inwiefern trägt Hollywood zur Aufwertung der Technogesellschaft bei? Der Artikel schlägt eine Antwort auf diese Fragen vor, indem er über die Macht und seine in der Figur des Helden verkörperten Repräsentationen nachdenkt, um letztlich die Verbindung zwischen Hollywoods Kino und der Natur des sozialen Bandes zu untersuchen.
Schlagworte
:
Macht, Autorität, Figur des Herren, soziales Band, Kino, intersubjektive Kommunikation, soziale Organisation, Mythos, Symbol, vorgestellte Wirklichkeit, Psychoanalyse.
© 2003 - Stéphane Fauteux - Alle Rechte vorbehalten.
Dieser Artikel untersucht das Feld der chilienischen staatlichen
Forschung im Bereich der Medienkommunikation. Der Text untersucht
dessen Inhalte anhand der zwischen 1995 und 2000 veröffentlichten
Texte, im Rahmen des historischen und institutionnellen
Kontextes. Dieser Artikel ist Teil eines umfassenderen Vorhabens,
einer Magisterarbeit, die eine Karte der wichtigsten Bezugspunkte im
Feld der chilienischen Kommunikationsforschung zeichnet.
Schlagworte
:
staatliche Forschung, Medienkommunikation, Chile.
© 2003 - María Eugenia Domínguez - Alle Rechte vorbehalten.
Die Konvergenz zwischen der Funkkommunikation und dem Internet
unterstreicht die Entwicklung einer sozio-ökonomischen Logik und den
Anfang einer "Logik des Clubs" durch veränderte Rahmenbedingungen des
mobilen Internets, die Einrichtung des Mobiltelephons der dritten
Generation und seine Bedeutung in der gegenwärtigen
Globalisierung. Wir können, genauer gesprochen, vier Etappen der
Geschichte dieser Konvergenz aufzählen, die mit der technischen
Integration der Funknachrichtendienste und des Minitels beginnen, und
mit dem mobilen Multimedia enden. Diese Etappen führen uns zu
zahlreichen Anmerkungen, die sich sowohl auf die Art der Bezahlung als
auch die Art der Beziehung zwischen den Akteuren gründet, und einen
ideeles Gerät unterstreicht. Demnach streichen wir eine Urform der
"Logik des Clubs" heraus, die auf neue strategische Bündnisse zwischen
den an diesem Vorgang der Konvergenz teilnehmenden Firmen zurückgeht.
Schlagworte
:
Konvergenz, Mobiltelephon, Internet, mobiles Internet, globalesmobiles Endgerät, Logik des Clubs, UMTS, Liberty alliance, OMA.
© 2003 - Ali Khardouche - Alle Rechte vorbehalten.