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Résumés


Bourdieu, Schneidermann und der Journalismus:
Analyse einer Gegen-Kritik


Pascal Fortin

In dem kleinen, roten Buch "Sur la télévision" (Über das Fernsehen, 1996) legt der französische Soziologe Pierre Bourdieu eine schneidende Analyse des Journalismus und des Fernsehens vor. Etwas mehr als zwei Jahre später versucht Daniel Schneiderman, Chronist der angesehenen französischen Tageszeitung "Le Monde" und Moderator einer dem Entschlüsseln der kleinen Bildfabrik gewidmeten Fernsehsendung, mit der Veröffentlichung von "Du journalisme après Bourdieu" (Journalismus nach Bourdieu) als erster die Thesen Bourdieus zu widerlegen.

Inwiefern enttäuscht diese Analyse? Vor allem, warum überzeugt sie so wenig? Dieser Artikel bietet einige Elemente zur Beantwortung dieser Fragen, indem er nicht nur von einer internen Analyse von Schneidermans Text ausgeht, sondern auch den Kontext seiner Veröffentlichung berücksichtigt.

In der Absicht, den Berufstand, der in seinen Augen Opfer einer richtiggehenden Lynch-Kampagne wurde, zu rehabilitieren, gibt Daniel Schneiderman durch den Einsatz all seiner Kräfte ein ausgezeichnetes Zeugnis davon ab, dass einerseits die Kritik Bourdieus, die er zu entkräften sucht, gerechtfertigt ist, und dass er andererseits nicht in der Lage ist, sich von der Berufsmythologie, die seiner Tätigkeit als Journalist Sinn gibt, zu distanzieren.

Schlagworte: Bourdieu, Schneidermann, Fernsehen, Journalismus, Soziologie, Konnivenz, Zensur, Deontologie

© 2000 - Pascal Fortin - Alle Rechte vorbehalten.

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Die Repräsentation der Zeitlichkeit der Benutzer des Internets

Luc Bonneville

Der Prozeß der Informatisierung der Gesellschaft verändert mit dem allgemeinen und regelmäßigen Einsatz der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (NIKT) im häuslichen Bereich die Alltagspraktiken eines immer größer werdenden Teils der Bevölkerung. Der verbreitete Einsatz der NIKT bringt zahlreiche Veränderungen in der sozialen Konstruktion der Zeit und, folglich, in der allgemeinen Repräsentation der Zeitlichkeit mit sich. Auf der Grundlage einer als Magisterarbeit durchgeführten Forschung behauptet der Autor, dass diese neuen Repräsentationen der Zeitlichkeit die seit dem Beginn der Moderne vergegenständlichten zeitlichen Rahmen völlig in Frage stellen. Er versucht zunächst zu untersuchen, worin dieser Umsturz der "Zeit" im Rahmen der regelmäßigen Benutzung des Internets besteht, und dann zu beschreiben, inwiefern der Bezug des Individuums zur Zeit und zum Raum die linguistische Frage der "Chronothese" ins Spiel bringt. Damit wirft er die Frage auf, auf welcher phänomenologischen Grundlage die neuen Repräsentationen der Zeitlichkeit im Kontext der NIKT beruhen.

Schlagworte: Zeitlichkeit, Chronothese, Repräsentation, Raum, Internet

© 2000 - Luc Bonneville - Alle Rechte vorbehalten.

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Der Beitrag Gilbert Simondons zur Technikforschung

Elisabeth Gladu

Dieser Artikel zielt darauf, den Beitrag Gilbert Simondons zur Technikforschung vorzustellen. Die Autorin bringt, nachdem sie die Aktualität der Theorien Simondons dargestellt hat, diese in Beziehung mit jüngsten Theorien zur Technik. Sie untersucht die Dissertation Simondons mit dem Titel "Du mode d'existence des objets techniques" (Von der Daseinsweise der technischen Dinge). Sie bietet zunächst eine kurze Zusammenfassung der ersten Teile sowie der Postulate, auf denen Simondons Arbeit beruht, und stellt dann den Begriff der Individuation vor. Sie konzentriert sich weiterhin auf die letzten Kapitel und erleichtert das Verständnis dieses Textes, indem sie die Genese der Denkformen und des In-der-Welt-Seins, eine verallgemeinerte genetische Interpretation des Bezuges zwischen dem Menschen und der Welt, vorstellt.

Schlagworte: Gilbert Simondon, Technikangst, Kultur, Individuation, Technik, Philosophie, Genese

© 2000 - Elisabeth Gladu - Alle Rechte vorbehalten.

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Internet Relay Chat: ein Musterbeispiel eines soziotechnischen Dispositivs

Guillaume Latzko-Toth

Das "Internet Relay Chat" (IRC) ist ein soziotechnisches Dispositiv, das sich, auf den ersten Blick, als ein verteiltes und synchrones, auf einem offenen Protokoll beruhendes Telekonferenzsystem im Textmodus darstellt. Es ist wahrscheinlich das System, das von den Benutzern des Internets am häufigsten für jene Aktivität genutzt wird, die sich im englischsprachigen Raum "Chat" nennt. Über das Interesse, das häufig den spielerischen Aspekten dieser Form der Soziabilität gilt, hinausgehend, versuchen wir hier, einen mustergültigen Fall der Entwicklung eines Internet-Protokolls zu analysieren und zu zeigen, inwiefern dieses dazu beiträgen, die Parameter des Verhältnisses zwischen dem Sozialen und dem Technischen in ein neues Licht zu stellen. Das dem IRC zugrundeliegende Protokoll, kooperativ entwickelt, hat in den zehn Jahren seiner Existenz zahlreiche Anpassungen und Varianten hervorgebracht, parallel zur Explosion der Anzahl seiner Benutzer. Dieser Artikel analysiert dieses Dispositiv unter zwei Gesichtspunkten, synchron und diachron. Erstens stellen wir die Eigenschaften und das Funktionieren des IRC in technischer und sozialer Hinsicht vor; dieser Kommunikationsraum ist Objekt komplexer Machtbeziehungen, die zum Teil in das technische Protokoll selbst eingeschrieben sind. Zweitens interessieren wir und für die wichtigsten soziotechnischen Entwicklungsstufen des IRC; diese bringen die strukturierende Rolle der Kommunikationspraktiken in der Veränderung und sogar Neuerfindung des technischen Artefakts und das relative Verschwinden der Grenzen zwischen Entwicklern und Benutzern zum Vorschein.

© 2000 - Guillaume Latzko-Toth - Alle Rechte vorbehalten.

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Medienkommunikationsstudien in Quebec und die Richtung der "Cultural Studies"

François Yelle

Hauptanliegen dieses Artikels ist es, Forschungsansätze vorzustellen, anhand derer über die beschränkte Verbreitung der "Cultural Studies" im Bereich der universitären Medienkommunikationsstudien in Quebec nachgedacht werden kann. Ausgehend von seinem eigenen akademischen Werdegang erklärt der Autor sein Interesse für die "Cultural Studies" und bietet eine kurze Beschreibung dieses Ansatzes. Er wirft einen Blick zurück auf die Anfänge der Sozialwissenschaften in Quebec und fasst die Besonderheiten bei der Gründung der kommunikationswissenschaftlichen Institute zusammen. Nach einer kurzen Darstellung der Anfänge der kulturwissenschaftlichen Forschung in Quebec, vor allem der Forschungen der politischen Ökonomie über die Kulturindustrien, identifiziert er die ersten quebecischen Arbeiten, in denen die "Cultural Studies" kommentiert wurden. Der Autor stellt das Phänomen der "Asynchronie" der Verbreitung der Ideen zwischen den frankophonen und anglophonen Welten fest und gibt einen kurzen Überblick über die Kritik, die von den Medienkommunikationsstudien an den "Cultural Studies" geübt wurde. Abschließend fordert er zur Diskussion über die Gründe der fehlenden Attraktivität der "Cultural Studies" in diesem Teilgebiet der Kommunikationsstudien auf.

Schlagworte: Cultural Studien, Medienkommunikation, Kultur, Quebecische Forschung, Kommunikationswissenschaft, Quebec

© 2000 - François Yelle - Alle Rechte vorbehalten.

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